Politik für unsere Verkehrsteilnehmer

Seit Bestehen der neuen Stadt Herzogenrath ist das hohe Verkehrsaufkommen auf der Nord-/ Südachse L 232 (Roermonder Str. bis Geilenkirchener Str.), insbesondere für die Anwohner, ein zentrales Problem.
Zwischenzeitliche Studien belegen allerdings, dass die Verkehrsbelastung, u.a. durch den Bau der L 240n bzw. durch die Euregiobahn, trotz Fahrzeugzunahme nicht weiter gestiegen, sondern in einigen Teilbereichen sogar rückläufig ist. Der in den vergangenen Jahren viel diskutierte und von unseren politischen Konkurrenten immer noch favorisierte Bau einer Ortsumgehung (B 258n von Uersfeld über Kerkrade in Richtung Heinsberg) kann allerdings keine Lösung des Verkehrsproblems sein. Diese Straße, die überhaupt nicht auf Herzogenrather Stadtgebiet liegen würde, würde das Naturschutzgebiet Amstelbachtal durchqueren, durch notwendige Brückenbauten ca. 40 Mio. Euro kosten und bei weitem nicht die erhoffte Verkehrsentlastung für die L 232 bringen, da nachweislich der weitaus größte Teil der Fahrzeuge dem Zielund Quellverkehr zuzurechnen ist.

Deshalb wird es eine B 258n mit uns nicht geben!

Es muss vielmehr unsere Aufgabe sein, andere Möglichkeiten zur Verminderung des Individualverkehrs und somit zur Verkehrsentlastung zu nutzen. Wir Sozialdemokraten haben in den letzten Jahren für eine bessere Nutzbarkeit des ÖPNV, etwa durch zusätzliche Busangebote, zusätzliche P&R-Parkplätze (z.B. im Merkstein)oder durch neue Fahrradboxen (an den Bahnhöfen Herzogenrath und Kohlscheid) gesorgt und die kontinuierliche Kontrolle und Verbesserung des Radwegenetzes auf den Weg gebracht.

Aber wir sind noch lange nicht am Ziel!

Deshalb haben wir Sozialdemokraten folgende Ziele:

  • Verbesserung des Verkehrsflusses auf der L 232 durch neue, intelligente Ampelschaltungen sowie Kreisverkehre (z.B. Dornkaul, Straß)
  • Förderung von E-Mobilität und „Car-Sharing“-Modellen
  • Bessere Busanbindung der Außenbezirke
  • Rückkehr zum „alten“ Kurzstreckentarif (zur günstigen Anbindung an das jeweilige Zentrum)
  • Bessere Bus- und Bahnverbindungen von und zu den drei Zentren Herzogenraths und in die umliegenden Städte, besonders in den Abend- und Nachtstunden
  • Vernetzung vorhandener und Schaffung neuer Jobticketangebote
  • Verbesserung des Bahnangebotes (RB 33, RE 4, Intercity nach NL) mit Halt in Kohlscheid
  • Weitere Verbesserung des Radwegenetzes

Leider sind viele der Radwege in der Verantwortung des Landes. Etliche davon befinden sich in einem unzumutbaren Zustand. Deshalb ist es für uns nicht nachvollziehbar, dass die Mittel des Landes für die Instandsetzung dieser Radwege zugunsten des Baus von Radschnellwegen gekürzt wurden. Radschnellwege sind im Hinblick auf die stärkere Nutzung von Pedelecs und E-Bikes vom Grundsatz begrüßenswert, aber nur in einem vertretbaren Kostenrahmen. Aktuell geplant wird nun der Bau des Radschnellweges von Herzogenrath nach Aachen, der in Kohlscheid die Roermonder Straße untertunnelt, entlang der DB-Linie neben oder über der Vegla-Glashalde und der Schützenwiese in Straß verläuft und letztlich über eine Brücke die Schütz-von-Rode-Straße quert und am Schürhof endet und Kosten von mindestens 15 Millionen Euro verursacht.

Diesen Radschnellweg lehnen wir aus Kostengründen ab.

Der zügige Transport von Waren und Produkten von und zu unseren Betrieben sichert deren Existenz, darf allerdings nicht zur Belastung unserer Wohngebiete werden.

Deshalb haben wir Sozialdemokraten folgende Ziele:

  • Umbau der L 223 (Jüderstraße) zur Entlastung Niederbardenbergs
  • Verhinderung von Gefahrguttransporten durch Herzogenrath