Meldung:

  • Herzogenrath, 10. Februar 2014

Radschnellweg: Sinnvolle Zukunftsinvestition oder Groschengrab?

Beiläufig wurde vor Monaten von der Verwaltung der Stadt Herzogenrath mitgeteilt, dass man mit der StädteRegion und Stadt Aachen an einem Wettbewerb teilnehmen wolle, zu einem Radschnellweg nach Aachen. Näheres - geschweige denn einen konkreten Beschluss zu dem, was da in Gang gesetzt wurde - ist nie gefasst worden.

Mit großem Bedauern ist auch festzustellen, dass die Verwaltung der Stadt Herzogenrath auch keinerlei Zwischenberichte fertigte. So konnte man sich erst nach Gewinn des Wettbewerbs ab 20.11. 2013 aus dem Internet die Projektunterlagen herunterladen. Es dauerte dann sogar bis zum 20.1. 2014 als beim „Runden Tisch Radverkehr“ erstmalig eine Beteiligungsmöglichkeit für die Stadtverordneten kam. Aber hier ging es auch nicht um konkrete Inhalte, sondern es sollte auf den „allerletzten Drücker“ eine Entscheidung für eine „Machbarkeitsstudie“ auf den Weg gebracht werden. Kosten für die Stadt Herzogenrath „nur“ 10.000 Euro.
Leider haben wir in der Vergangenheit unliebsame Erfahrungen mit Großprojekten machen müssen. Bei der Euregionale 2008 waren es auch am Anfang Kleinbeträge. Nachdem man einmal einen Stein ins Rollen gebracht hatte, waren diese nicht mehr zu stoppen und belasten bis heute den städtischen Haushalt.

Es geht nicht nur über eine Machbarkeitsstudie, deren Kosten noch völlig unklar sind. Erste Berechnungen sprechen von Kosten in Höhe von 150.000 - 200.000 Euro, von denen die Stadt Herzogenrath einen Teil tragen muss. Die Gesamtkosten für den Radschnellweg belaufen sich nach dem Projektbeitrag auf etwa 15 Millionen Euro auf deutscher Seite plus noch einmal wenigstens 6,2 Millionen Euro auf niederländischer Seite. Bei den heute üblichen zu erwartenden Kostensteigerungen kommt da schnell mehr als eine Million Euro für unsere Stadt zusammen. Von den Kosten für Anschlussradwege auf unserem Stadtgebiet ganz zu schweigen, die muss Herzogenrath nämlich alleine finanzieren.
Alles von Ihren Steuergeldern!

Bei der derzeitigen Haushaltslage muss man sein Geld zusammenhalten. Für die SPD-Fraktion haben unsere Schulen und das dringend sanierungsbedürftige Hallenbad Kohlscheid Priorität. Auch müssen wir unsere bestehenden Wege und Plätze pflegen, damit diese lebenswürdig bleiben. Handel und Gewerbe in unserer Stadt müssen sich entwickeln können.
Wir haben genug Probleme, wir benötigen keine neuen Groschengräber!!