Meldung:

  • 18. Juli 2011
Stadtverband

Schulterschluss der SPD-Ortsvereine beim Thema Integration

Deutscher und Türkischer Reisepass
„Das Optionsmodell, wonach in Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern mit Eintritt in die Volljährigkeit entscheiden müssen, welche Staatsangehörigkeit sie dauerhaft annehmen möchten, muss abgeschafft werden. Sie sollen dauerhaft die doppelte Staatsbürgerschaft erhalten.“ Diesen wortgleichen Antrag stellten jetzt die drei SPD-Ortsvereine in Herzogenrath (Merkstein, Herzogenrath-Mitte, Kohlscheid) für den Bundesparteitag im Dezember. Ausgangspunkt waren Überlegungen im von Bruno Barth und Andreas Schmälter geleiteten „Arbeitskreis Integration“ und im „Integrationsrat“ der Stadt.
Die „Falken“ aus Merkstein hatten unter der Überschrift „Nimm Zwei“ ein Infoblatt verfasst. Danach beschäftigten sich die SPD-Ortsvereine mit der Thematik, zuletzt stimmte eine Mitgliederversammlung in Kohlscheid einstimmig für diesen Antrag. Nach der geltenden Gesetzeslage bekommen in Deutschland geborene Kinder von ausländischen Eltern zunächst die doppelte Staatsbürgerschaft, müssen sich aber bei Volljährigkeit für eine entscheiden („Optionspflicht“). Nach Meinung der SPD in Herzogenrath widerspricht dies massiv dem Integrationsgedanken, da sie die Trennung in „Wir“ Deutschen und „Ihr“ Ausländer manifestiert. Darüber hinaus verletze dies das Prinzip der Gleichbehandlung, weil eine doppelte Staatsbürgerschaft in anderen Fällen in Deutschland durchaus akzeptiert werde.
Die Herzogenrather Sozialdemokraten sind zuversichtlich, dass ihr Antrag eine positive Resonanz erhält.